Neue Studie zu Fonds-Jahresberichten: Die Doktorarbeiten der Finanzkommunikation

04.07.2011 - 21:31 | 435381


Artikel von Dr. Anikar Haseloff

Ulm, 06.06.2011 – Eine aktuelle Studie zur Verständlichkeit von Fonds-Jahresberichten zeigt: Um diese Dokumente zu verstehen, braucht man einen Doktortitel oder muss Finanz-Experte sein.

Ulm, 06.06.2011 – Eine aktuelle Studie zur Verständlichkeit von Fonds-Jahresberichten zeigt: Um diese Dokumente zu verstehen, braucht man einen Doktortitel oder muss Finanz-Experte sein. Fachchinesisch, hochkomplexe Satzkonstruktionen, Anglizismen und passive Zielgruppenansprache machen Fonds-Jahresberichte für Laien kaum zugänglich. Die Untersuchung stammt aus der Studien-Reihe „Die Sprache der Banken“ und wurde vom Communication Lab in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim durchgeführt.

Die Ergebnisse der Studie kommen zu einem eindeutigen Urteil: Fonds-Jahresberichte sind sehr schwer bis gar nicht verständlich – zumindest für Laien und Personen mit geringer Bildung. Durch-schnittlich erreichen die Jahresberichte den Schwierigkeitsgrad einer Dissertation.

„Viele Anleger können sich nur sehr schwer beziehungsweise überhaupt nicht anhand der Jahresberichte informieren. Obwohl der Jahresbericht ein wichtiges Instrument für den Anleger sein könnte, verschenken die Fonds-Anbieter hier die Möglichkeit, ihre Anleger einfach, klar und verständlich zu informieren.“ Zu diesem Schluss kommt Oliver Haug, Leiter der Studie.

Insgesamt wurden 25 Jahresberichte global anlegender Fonds von führenden Anlagegesellschaften untersucht. Die Verständlichkeit der Fonds-Jahresberichte wurde mit dem TextLab-Verfahren analysiert und bewertet. Dies ist ein computergestütztes Analyseverfahren, bei dem Texte auf bis zu 70 für die Verständlichkeit relevante Faktoren untersucht werden können.

Als Schlüssel-Indikator für die Verständlichkeit dient der Hohenheimer Verständlichkeits-Index. Dieser von der Universität Hohenheim entwickelte Index bewertet die Verständlichkeit auf einer Skala von 0 bis 20. Je höher der erreichte Wert, desto leichter verständlich ist der Text einzustufen.

„Die Fonds-Jahresberichte erreichen auf dem Hohenheimer Verständlichkeits-Index einen durchschnittlichen Wert von nur 3,7 Punkten. Das ist ein alarmierendes Ergebnis und signalisiert dringenden Handlungsbedarf“, erklärt Dr. Anikar Haseloff, Geschäftsführer des Communication Lab.



Eine sehr häufige Barriere für die Verständlichkeit ist die Verwendung langer und verschachtelter Sätze. Durchschnittlich erreichen die Fonds-Jahresberichte eine Satzlänge von 20,7 Wörtern pro Satz. 41 Prozent der Sätze sind als zu lang zu bewerten (mehr als 20 Wörtern). Mit 53 Prozent zu langen Sätzen liegt Franklin Templeton am unteren Ende der Rangliste. Angeführt wird das Ranking von Veritas mit „nur“ 30 Prozent langen Sätzen. Der längste Satz stammt von der DWS und kommt auf stolze 123 Wörter. Auch der Anteil an Schachtelsätzen ist in vielen Dokumenten zu hoch. Durchschnittlich haben 18 Prozent der Sätze 3 und mehr Satzteile. Die Skala verläuft hier von 0,43 Prozent (Carmignac Gestion) bis 27,94 Prozent (Franklin Templeton).

Als weitere Barriere für die Verständlichkeit lässt sich die Verwendung komplexer und abstrakter Wörter anführen. Hierzu zählen Wortkomposita (zusammengesetzte Wörter), komplexe Fremdwörter, Fachbegriffe und abstrakte Substantive. So kommt kaum einer der Fonds-Jahresberichte beim Anteil an langen Wörtern (12 und mehr Buchstaben) unter die 10 Prozent-Marke. Ausnahme ist PNB Paribas mit 9,34 Prozent. Begriffe wie „rechnungslegungsrelevant“ (Sarasin), „Unternehmensführungsstandards“ (AXA) oder „Zentralverwaltungsvergütung“ (Allianz) sind nicht nur schwer zu lesen, sondern oft auch schwer zu verstehen.

Auch die Verwendung von Anglizismen ist keine Seltenheit. Zwar kommen die Jahresberichte durchschnittlich auf lediglich 2 Prozent Anglizismen, dennoch sollten möglichst keine Anglizismen verwendet werden. Begriffe wie „Private Placement“ (Goldmann Sachs), „Outperformance“ (AXA) oder „Market Maker“ (BlackRock) sind für Laien nicht zu verstehen und schlimmstenfalls sogar missverständlich. Spitzenreiter beim Einsatz von Anglizismen ist BlackRock mit einem Anglizismen-Anteil von 3,4 Prozent.

Die Studie zeigt aber auch, dass es anders geht. Der Fonds-Jahresbericht der Anlagegesellschaft Carmignac Gestion überrascht mit überaus positiven Ergebnissen in fast allen Kategorien. Mit einem Wert von 12,17 auf dem Hohenheimer Verständlichkeits-Index kann dieser Jahresbericht im Großen und Ganzen als verständlich eingestuft werden.


Die H&H Communication Lab GmbH ist ein inhabergeführtes Institut für Verständlichkeit. Das Unternehmen wurde 2006 mit Sitz in Ulm gegründet. Durch eine enge Anbindung an ein universitäres Umfeld und ein Team von wissenschaftlichen Spezialisten integriert das Unternehmen neueste Forschungserkenntnisse und wissenschaftliche Methoden in seine Produkte. Die Dienstleistungen umfassen Beratung, wissenschaftliche Analysen, Tests für Verständlichkeit und Nutzerfreundlichkeit sowie die Bereitstellung intelligenter Sprachsoftware.

H&H Communication Lab GmbH

Hindenburgring 31
89077 Ulm

Tel: 0731 - 932 84 10
Fax: 0731 - 932 84 21
E-Mail: info(at)comlab-ulm.de
http://www.comlab-ulm.de

Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Dr.Anikar Haseloff


Weitere Infos zum Artikel:
http://www.comlab-ulm.de

PresseKontakt / Agentur:
Dr. Anikar Haseloff
Tel: 0731 - 932 84 11
Fax: 0731 - 932 84 21
E-Mail: presse(at)comlab-ulm.de
http://www.comlab-ulm.de

435381

Kontakt-Informationen:
Vor- / Nachname: Dr. Anikar Haseloff

Ansprechpartner: Dr. Anikar Haseloff Tel: 0731 - 932 84 11 Fax: 0731 - 932 84 21 E-Mail: presse@comlab-ulm.de http://
Stadt: Ulm
Telefon: 0731-9328420

Art des Artikels: PresseMitteilung
Freigabedatum: 04.07.2011
Veröffentlichung: Veröffentlichung
Keywords (optional):
comlab-ulm, textanalyse, studie,

Dieser Artikel wurde bisher 185 mal aufgerufen.

Verlinkung-Tipps:



Direkter Link zu diesem Artikel:




Diese Pressemeldung bookmarken bei...


Tausendreporter BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Yahoo MyWeb YiGG Webnews Technorati

Über einen Link auf Ihrer News-, Presse- oder Partner-Seite würden wir uns sehr freuen.


Hiermit versichert der Erfasser, dass der eingestellte Artikel der Wahrheit entspricht. Er ist frei von Rechten Dritter und steht zur Veröffentlichung bereit. Die Haftung für eventuelle Folgen (z.B. Abmahnungen, Schadenersatzforderungen etc.) übernimmt der Eintrager und nicht internet-intelligenz.de


[ Anfrage per Mail | Fehlerhaften Artikel melden | Druckbare Version | Diesen Artikel an einen Freund senden ]

PRESSEMITTEILUNG
Bundestagswahl 2013: Parteiprogramme sind meist unverständlich
Geschlossenen Möbel - Die neue S-Line von Schnepel
Neue Studie: Medizinische Packungsbeilagen sind für Laien oft schwer verständlich
Geschlechterneutrale Sprache – Neue Software hilft beim Überprüfen und Verbessern

Alle Artikel von Dr. Anikar Haseloff RSS Feed

Euroconcept AG, Brauerei soll ein Ankerpunkt werden
Euroconcept AG Wembleygelaende veraendert sich
Hausbau: Was für angehende Bauherren wirklich zählt!
Kündigung wegen Beleidigung
Euro Massiv Bau GmbH lässt Bauherren-Zufriedenheit zertifizieren!





Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.deBlog Top Liste - by TopBlogs.de