Sehenswürdigkeit in Rheinland-Pfalz - Die Porta Nigra

23.02.2010 - 20:16 | 165281


Artikel von Stefan Klingenberg

Die Porta Nigra in Trier, gebaut von den Römern

Die Porta Nigra befindet sich am Nordrand der Trierer Altstadt. Das imposante Stadttor ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Rheinland-Pfalz und gilt als wichtigstes antikes Bauwerk in Deutschland. Man vermutet, dass das größte erhaltene römische Stadttor auf der Nordseite der Alpen als Repräsentationsbau entstand. Seinen Namen erhielt das “Schwarze Tor” im Mittelalter, als der helle Sandstein, auf Grund von Erosion und Bränden, nachzudunkeln begann.

Der 36 Meter lange und etwa 30 Meter hohe Bau entstand aus Sandsteinquadern aus dem nahen Kylltal, welche ein Gewicht von bis zu sechs Tonnen aufwiesen. Sie wurden mit über Mühlen betriebenen Bronzesägen bearbeitet und ohne Mörtel, lediglich von Eisenklammern gehalten, aufeinander geschichtet. Auf Grund von in die Quader eingemeißelten Zeichen der Steinmetze lässt sich historisch belegen, dass die Errichtung der Porta Nigra etwa vier Jahre beanspruchte. Warum die um 180 erbaute Sehenswürdigkeit unvollendet blieb, bleibt umstritten.

Der doppeltorige Mittelbau wird von zwei halbrunden Türmen begrenzt. Ursprünglich handelte es sich um einen dreigeschossigen Bau. Ein Stockwerk fiel der Nutzung als Steinbruch im Mittelalter zum Opfer. Die beiden Tore konnten durch Fallgatter und Flügeltore verschlossen werden. Hölzerne Treppen und Gänge verbanden die Gebäudeteile miteinander.

Um 1028 wurde die Porta Nigra von dem griechischen Mönch Simeon besetzt, welcher bis zu seinem Tod als Einsiedler in dem Stadttor lebte. Er wurde in der Porta Nigra bestattet und heilig gesprochen. Daraufhin wurde begonnen, das Gebäude um 1040 in eine Basilika umzuwandeln. Um die Simeonskirche zu errichten, wurden beide Stadttore zugeschüttet und ein Turmbau abgerissen. Das erste Stockwerk war über eine Freitreppe zugänglich.

Französische Truppen plünderten die Simeonskirche um 1794. Napoleon ließ das Gotteshaus 1802 aufheben. Als er zwei Jahre später in Trier weilte, veranlasste er, die Restauration der Porta Nigra und die Entfernung aller nichtrömischen Bauelemente. So wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts der ursprüngliche Zustand des Bauwerkes wieder hergestellt. Abgesehen vom Chor der Simeonskirche, welchen die französischen Baumeister den Römern zuschrieben.



Seit 1986 zählt die Porta Nigra zum Welterbe der UNESCO. Im erhaltenen Teil des einstigen Simeonstifts ist das Städtische Museum untergebracht. Besucher erhalten anhand eines Stadtmodells einen Überblick über Trier und die Porta Nigra um 1800. Im Gambrinus-Keller lassen 3D-Animationen die bewegte Geschichte einer der größten architektonischen Sehenswürdigkeiten in Deutschland lebendig werden.

Auch im Rahmen einer Stadtführung können Gäste dem Geheimnis der Porta Nigra auf die Spuren kommen. Ein römischer Zenturio nimmt Besucher mit auf ein Abenteuer, indem sie die Porta Nigra hautnah erleben und nicht nur als Statisten auftreten werden.

Weitere Infos zum Artikel:
http://www.sehenswuerdigkeiten-in-deutschland.de/Rheinland-Pfalz.php

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